Rechtsanwältin Ute Hennig - Fachanwältin für Familienrecht
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5. Mangelfall, das Geld reicht nicht für alle Unterhaltsverpflichtungen
 

Mangelfall:
Reicht das Einkommen des Unterhaltspflichtigen nicht aus, um alle Unterhaltsverpflichtungen erfüllen zu können, liegt ein sogenannter Mangelfall vor. Dem Unterhaltsverpflichteten muss der jeweilige Selbstbehalt bleiben. Die Höhe des Selbstbehalts hängt davon ab, ob es um Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt oder Elternunterhalt geht und ob der Unterhaltsverpflichtete arbeitet. Näheres hierzu regeln die Unterhaltsleitlinien, zum Beispiel für Süddeutschland: http://www.famrz.de/downloads/leitlinien/SdL2015.pdf. Liegt ein Mangelfall vor, sind die Unterhaltspflichten nach einer gesetzlich festgelegten Rangfolge zu bedienen:

1. Rang = minderjährige unverheiratete Kinder, sowie sogenannte privilegierte Kinder.

Das sind Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, solange sie im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden.

2. Rang = Elternteile, die wegen der Betreuung eines Kindes unterhaltsberechtigt sind oder im Fall einer Scheidung wären, sowie Ehegatten- und geschiedene Ehegatten bei einer Ehe von langer Dauer.

Bei der Feststellung einer Ehe von langer Dauer sind auch ehebedingte Nachteile zu berücksichtigen.

3. Rang = Ehegatten und geschiedene Ehegatten, die nicht im 2. Rang stehen.

4. Rang = Kinder, die nicht im 1. Rang stehen

5. Rang = Enkelkinder und weitere Abkömmlinge

6. Rang = Eltern

7. Rang = weitere Verwandte der aufsteigenden Linie, unter ihnen gehen die Näheren den Entfernteren vor.“

Rechtsanwältin Ute Hennig - Fachanwältin für Familienrecht